Der Boulevardier ist ein Negroni, bei dem Gin durch Whiskey ersetzt wird. Entstanden in den 1920ern in Paris, benannt nach dem Magazin, für das Erskine Gwynne schrieb. Die Kombination aus Rye oder Bourbon, Campari und rotem Wermut ergibt einen Drink, der wärmer und runder ist als sein italienischer Verwandter – perfekt für kühlere Abende oder wenn du etwas mit mehr Tiefe suchst.
Und das brauchst du für den Boulevardier
4 cl Rye Whiskey (oder Bourbon)
3 cl Campari
3 cl roter Wermut (z. B. Carpano Antica Formula)
Orangenzeste
Darauf kommt es an
Das Verhältnis 4:3:3 ist Standard, aber viele Bars arbeiten mit 1:1:1 – das macht den Drink bitterer und campari-lastiger. Wenn du Rye nimmst, wird's würziger und trockener; Bourbon bringt mehr Süße und Vanille mit. Ich rühre lieber länger als zu kurz: Der Boulevardier braucht Verdünnung, sonst bleibt er zu scharf. Und die Orangenzeste ist kein Deko-Element – ohne die Öle fehlt dem Drink die aromatische Klammer, die Campari und Whiskey zusammenhält.
Varianten
- Old Pal — Rye Whiskey, Campari, trockener Wermut (statt roter) – 1:1:1, schärfer und trockener.
- Left Hand — Mit Bourbon statt Rye, oft etwas süßer im Wermut-Anteil, manchmal 2:1:1.
- Boulevardier on the Rocks — Klassisch im Tumbler mit großem Eiswürfel, länger rühren für mehr Verdünnung.
Häufige Fragen
Rye oder Bourbon?
Rye macht den Drink würziger und trockener, Bourbon weicher und süßer. Beides funktioniert – Rye ist klassischer, Bourbon zugänglicher.
Warum wird der Boulevardier gerührt und nicht geschüttelt?
Weil alle Zutaten klar sind – Schütteln würde den Drink verwässern und trüb machen. Rühren kühlt und verdünnt kontrolliert.
Kann ich auch anderen Bitter statt Campari nehmen?
Klar – Aperol macht's leichter und fruchtiger, andere Amari wie Contratto oder Gran Classico bringen eigene Noten mit. Campari bleibt aber der Standard.
Straight-up oder on the rocks?
Geschmackssache. On the rocks verdünnt langsam weiter und bleibt länger kalt, straight-up ist konzentrierter und eleganter serviert.
