Der New York Sour ist ein Whiskey Sour mit einer dünnen Schicht trockenen Rotweins obenauf – die sogenannte Claret Snap. Der Drink entstand vermutlich in den 1880ern in Chicago, nicht in New York, und hieß ursprünglich Continental Sour. Die Rotweinfloat bringt Farbe, Tannin und eine elegante Bitterkeit, ohne den Sour darunter zu übertönen.
Und das brauchst du für den New York Sour
6 cl Rye Whiskey oder Bourbon
3 cl frischer Zitronensaft
2 cl Zuckersirup (1:1)
1,5 cl trockener Rotwein (z. B. Malbec, Merlot)
1 Eiweiß (optional)
Zitronenzeste zur Garnitur
Darauf kommt es an
Der Rotwein darf nicht eingerührt werden – er soll oben schwimmen und sich erst beim Trinken langsam mit dem Sour vermischen. Deshalb: Löffel flach auf die Oberfläche legen, Wein langsam darüber gießen. Manche Bars arbeiten ohne Eiweiß, dann sieht man die Rotweinfloat besser. Mit Eiweiß wird der Schaum rosa – sieht spektakulär aus, aber die Schichtung ist weniger klar. Ich nehme Rye statt Bourbon, weil die Würze besser mit dem Tannin harmoniert. Und: kein süßer Rotwein, sonst wird's kitschig.
Varianten
- Continental Sour — Ursprungsname, identisch zubereitet, manchmal mit Claret (Bordeaux) statt modernem Malbec.
- Boston Sour — Whiskey Sour mit Eiweiß, aber ohne Rotwein – der Vorläufer, falls dir die Rotweinfloat zu viel ist.
- New York Sour (Mezcal) — Rye durch Mezcal ersetzen, Rotwein bleibt – rauchig, fruchtig, überraschend stimmig.
Häufige Fragen
Welcher Rotwein passt am besten?
Trockene, fruchtbetonte Sorten wie Malbec, Merlot oder ein einfacher Bordeaux. Keine schweren Barrique-Bomben – die erschlagen den Sour.
Muss ich Eiweiß verwenden?
Nein. Mit Eiweiß wird der Schaum rosa und cremig, ohne sieht man die Rotweinfloat klarer. Beides funktioniert, Geschmacksfrage.
Warum heißt er New York Sour, wenn er aus Chicago kommt?
Vermutlich Marketing. Der Name setzte sich in den 1880ern durch, als der Drink in New Yorker Bars populär wurde – die Herkunft blieb auf der Strecke.
Kann ich den Drink auch in einer Coupette servieren?
Ja, ohne Eis. Dann wird er eleganter, aber die Rotweinfloat ist schwieriger zu kontrollieren – Löffel-Technik ist Pflicht.
